Spalt– Steigende Kosten, produktionstechnische und agrarpolitische Änderungen, ein schwieriges Marktumfeld und eine ungewisse Zukunft – der Hopfenanbau in Deutschland (und weltweit) steht vor großen Herausforderungen beziehungsweise ist bereits seit Jahren damit konfrontiert.
Im Spalter Anbaugebiet haben sich der Hopfenpflanzerverband Spalt, die HVG Spalt, der Hopfenring und ein Gast auf Fernost deshalb zu einem Austausch mit den Hopfenpflanzern der beiden Siegelbezirke Spalt und Kinding über aktuelle und zukünftige Projekte getroffen.
Der Geschäftsführer des Hopfenrings Sebastian Grünberger und der 1. Vorsitzende Stefan Gandorfer informierten zunächst über die Gründung einer „Arbeitsgruppe Hopfen für Natur, Klima, Energie“. In dieser Arbeitsgruppe, die vom Landkreis Roth finanziell unterstützt wird, soll ein fachlicher Austausch und die Erarbeitung von Projekten in den drei genannten Bereichen erfolgen. Vieles geschieht bereits auf den Höfen in der Region, es gilt nun aber auch verschiedene Projekte auf den Mitgliedsbetrieben weiter auszuweiten und sichtbar zu machen. Dazu gehört auch das „Modell- und Demonstrationsvorhaben Humusaufbau“ des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Mit seinem Betrieb in Hauslach nimmt Andreas Auernhammer – 2. Vorsitzender des Hopfenrings - an dem Projekt für das Spalter Anbaugebiet daran teil. Die Erkenntnisse daraus sollen den Berufskollegen vor Ort wichtige Tipps für den eigenen Betrieb liefern.
Unter dem Motto „Tradition trifft Zukunft“ nahm der Geschäftsführer Wolfgang Jank vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Roth-Weißenburg i.Bay. die Teilnehmer mit auf eine Zeitreise: von den Anfängen des Hopfenanbaus in Spalt, über die Verleihung des weltweit ersten Hopfensiegels im Jahr 1538, das Auf und Ab in den zurückliegenden Jahrhunderten bis in die Gegenwart. Diese hält neben all den Herausforderungen auch Chancen für den Spalter Hopfenanbau bereit.
In ein anderes Land nahm der Gast Sebastian Hohentanner von der Firma BET aus Tokyo die Spalter Hopfenpflanzer mit. Vor 15 Jahren wanderte der Referent aus München nach Japan aus und arbeitet seitdem in der Brauereibranche. Die Strukturen der Brauereien sind den deutschen sehr ähnlich – mit dem großen Unterschied, dass keine Konzerne aus anderen Ländern Brauereien im Land besitzen. Neben den vier großen Brauereien gibt es in Japan auch sehr viele kleinere und kleinste Brauereien – ähnlich unserer fränkischen Region. Großen Wert legen die Brauereien hier auch auf die Rohstoffe.
Gerade in der Hopfenvermarktung sieht der Experte darin einen Schlüssel, um sich mit einer klaren Marke auch von anderen abzusetzen. Wie dies andere Anbauregionen umsetzen, zeigte Herr Hohentanner an Beispielen aus den USA oder Neuseeland.
Auch wenn die Situation im Hopfenanbau aktuell schwierig ist, gehen alle Beteiligten die Themen der Zukunft aktiv an. Die Ergebnisse der Veranstaltung sollen nun in weiteren Projekten mit den Hopfenbaubetrieben vertieft werden.
Bildunterschrift: Die Referenten des Abends v.l.n.r: Dr. Frank Braun (Geschäftsführer HVG Spalt, Stefan Gandorfer (1. Vors. Hopfenring), Sebastian Grünberger (Geschäftsführer Hopfenring), Sebastian Hohentanner (Firma BET, Tokyo), Andreas Auernhammer (2. Vors. Hopfenring), Wolfgang Jank (AELF Roth-Weißenburg i.Bay.)